Nuklearmedizin am Raschplatz - Hannover

Herzszintigraphie (Myokardszintigraphie)

Die Myokardszintigraphie (Synonyme: Szintigraphie des Herzmuskels; Herzszintigraphie) ist ein nuklearmedizinisches diagnostisches Verfahren zur Darstellung der Durchblutung des Herzmuskels.

Im Gegensatz zu rein bildgebenden Verfahren (z. B. Röntgen, Angiographie etc.) liegt der Schwerpunkt der Myokardszintigraphie im funktionellen Bereich. Einerseits wird durch die Untersuchung die Durchblutung und somit die ausreichende Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff dargestellt, andererseits die Pumpfunktion zur Aufrechterhaltung des Kreislaufs, die z. B. mit der Ejektionsfraktion (Auswurffraktion) gemessen werden kann.

Indikationen (Anwendungsgebiete) der Myokardszintigraphie:

Die Indikation für eine Myokardszintigraphie sind verschiedene Fragestellungen bei Verdacht auf koronare Herzkrankheit (KHK).

  • Als nicht-invasives Verfahren kann die Myokardszintigraphie durchgeführt werden, um die Notwendigkeit einer Koronarangiographie (Herzkatheter)zu ermitteln. Insbesondere ist dieses bei diagnostischen Problempatienten (z.B. nicht aussagekräftiges Belastungs-EKG, bei KHK-Risiko) indiziert.
  • Die Myokardszintigraphie ist als Ergänzung zur Koronarangiographie dann indiziert, wenn die hämodynamische Relevanz von Koronarstenosen (Verengungen der Herzkranzgefässe) ermittelt werden muss. Durch Erfassung der Mikrozirkulation und Myokardvitalität können genauere Aussagen gemacht werden.

    Beispiele:

    Frage nach Mikroangiopathie (Veränderungen der kleinen Gefäße) bei typischer Angina pectoris (Brustschmerz), pathologischem Belastungs-EKG, jedoch unauffälligem Koronarangiographiebefund (Herzkatheter).

    Nur grenzwertig stenosierte Koronarien (verengte Herzkranzgefäße) mit untypischer Symptomatik, so dass die hämodynamische Relevanz geklärt werden muss.

    Stenosen(Verengung) in mehreren Koronargefäßen mit der Frage nach der führenden Läsion.

    Bei Koronarmissbildungen zur Klärung, wie sich diese auf die Mikrozirkulation auswirken.

  • Eine Indikation besteht bei abgelaufenem Myokardinfarkt, um ggf. die Restvitalität im Infarktgebiet festzustellen. Dieses ist für die Therapie und Verlaufskontrolle relevant. Beispielsweise profitieren Patienten ohne Restvitalität im infarzierten Gewebe nicht mehr von revaskularisierenden (das Gefäßlumen wiederherstellenden) Maßnahmen, so dass ein unnötiges Risiko vermieden werden kann.
  • Die Myokardszintigraphie verfügt über starke prognostische Aussagekraft hinsichtlich des Überlebens des Patienten. Studien haben gezeigt, dass die Schwere der erhobenen Befunde in hohem Maße mit der Anzahl letaler (tödlicher) kardialer Ereignisse korreliert.

Das Verfahren:

Bei der Myokardszintigraphie wird ein Radiopharmakon unter Belastung intravenös verabreicht, das sich in Abhängigkeit von der Durchblutung im Herzmuskel anreichert. Die Untersuchung kann eingesetzt werden, um Ischämien (schlecht durchbluteten Bereichen) zu erkennen. Somit lässt die Untersuchung nicht nur eine Aussage über morphologische (strukturelle) Veränderungen zu, sondern erlaubt auch die Beurteilung deren hämodynamischer Wirksamkeit (Wirkung auf die Strömungsmechanik des Blutes). So kann beispielsweise mit der Koronarangiographie sehr genau eine Koronarstenose (Verengung der Herzkranzgefäße) erfasst werden, ob diese jedoch tatsächlich zu einer relevanten Minderdurchblutung des Myokards führt, kann mit Hilfe einer funktionellen Untersuchung wie der Myokardszintigraphie gezeigt werden.

Die Myokardszintigraphie kann als Ruheszintigraphie, Belastungsszintigraphie oder als kombinierte Belastungs- und Ruheszintigraphie, was meistens der Fall ist, durchgeführt werden.

Die Myokarrdszintigrafie wird z.B. mit 99mTc-markiertem Tetrofosmin oder MIBI (Methoxy-isobuturyl-isonitril) durchgeführt. In unserer Praxis wird das moderne Verfahren mit 99mTc als Radionuklid verwendet. Es bietet eine bessere Bildqualität, geringere Strahlenexposition

Bei den Radionukliden handelt es sich um Stoffe mit kurzer Halbwertzeit, so dass diese unbedenklich eingesetzt werden können. Allerdings überprüft unser Team dieses bei jedem Patienten am Tage der Untersuchung.

Wenn Sie schwanger sind, oder stillen, teilen Sie uns dies bitte bei der Anmeldung zur Untersuchung mit.

Das Verfahren hat für den Patienten folgende Vorzüge:

  • Schnelles Erkennen eines Durchblutungsproblems, welches möglicherweise im Vorfeld eines Herzinfarktes auftritt.

Vereinbaren Sie einen Termin mit uns.

Weitere Informationen zur Herzszintigraphie finden Sie bei Wikipedia unter folgendem Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/Myokardszintigraphie